Summertime

Hallo zäme!

Ich möchte noch bis Ende August in England bleiben, um Ferien zu machen. Da mein Vertrag mit den Schulen zuende ist, arbeite ich bei McDonald's. Ich verdiene dabei nicht so viel, wie als Sprachassistent. Deshalb müssen Alex und ich uns noch etwas Billigeres zum wohnen suchen. So kann er dann die Wohnung alleine halten, wenn ich zurück in die Schweiz komme.

Die Arbeit bei McDonald's ist hart und nicht gut bezahlt. Speziell die Mahlzeiten-"Runs" sind anstrengend, und ich arbeite viele Tage hintereinander (7-8) damit ich mit Alex alle 14 Tage in den Norden zu seinen Kindern fahren können. Ueberraschend ist, wie gut die Zutaten, Hygiene und Manager-Angestellter-Beziehung ist.
Es ist es wert, denn so kann ich noch länger ohne schlechtes Gewissen hier bleiben, und im Juli liegt vielleicht sogar eine Woche auf einer Ferienfarm mit Kindern und Pferden und allem drin!

Wir haben uns ausgerechnet, dass eine Autofahrt in die Schweiz (und für Alex zurück) günstiger als ein Flug kommt, vorallem wegen Uebergepäck. Ein genaues Datum wissen wir noch nicht, aber ich werde rechtzeitig vor dem Semesterstart am 14. 9. 2009 da sein. Ich möchte Alex gern die Schweiz zeigen, auch wenn er wahrscheinlich höchstens eine Woche bleiben kann.

Hier noch zwei Photos:


Das Erste zeigt Alex mit seiner Mutter Hazel und den Kindern Brandon (bald 7) und Emily (bald 5) in Barton in der Nähe von Kingston-upon-Hull.

 

Auf dem Zweiten bin ich mit den Kleinen auf dem Spielplatz :-)

 Cheerio, ladies and chaps!

2 Kommentare 8.6.09 15:32, kommentieren

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Flächkörper machn am Stränd

Sorry wegen der langen Funkstille.

 Letzten Samstag waren ein paar Sprachassistenten und ich in der Küstenstadt Brighton.

 Von links nach rechts: Guillaume, Lisa, Marion, ich und Fleur.

Wir standen alle ganz früh auf, um den Zug nach London King's Cross nehmen. Der Tag versprach sonnig aber kalt zu werden. Nachdem wir uns beim Touristenbüro mit Karten ausgerüstet hatten, gingen wir zum Strand. Dort ist nämlich die berühmte Brighton Pier, inklusive Vergnügungspark.

 

 

Wir verputzten eine Portion Fish&Chips direkt am Kiesstrand bei Nahe-Minustemperaturen, während ein paar verrückte ein Bad in den hohen Wellen nahmen und mutierte Möwen sich an uns anschlichen...

 

 Den Tag krönten wir standesgemäss mit einem Besuch im Pub... so um halb Vier Uhr... und schafften es irgendwie noch auf den letzten Zug, welcher weit nach Mitternacht in Cambridge ankam.

 Prädikat: empfehlenswert

 

4 Kommentare 26.11.08 22:07, kommentieren

A bit like home

Ich habe endlich eine Bleibe gefunden! Es ist eine 4-er WG, zwei Frauen und ein anderer Mann, alle arbeiten ganztags.

 Das Haus liegt in der multikulturellen Mill Road Gegend. Laut Martin, dem Mann meiner Mentorlehrerin, ist es "on the wrong side of the bridge", will heissen, in einem ehemaligen Armenviertel. Na ja... mit lokalen Stigmata kenne ich mich als Münsinger aus...

 Mein Raum hat eine anständige Grösse, ist voll möbliert und sauber. Internet wollen sie bis Ende diese Woche installiert haben (ganz wichtig!). Das schöne daran ist, dass zum Grundstück ein grosser Parkplatz und ein Rasen im Hinterhof gehört. Gleich dahinter schliesst die (wenig befahrene) Bahnlinie an. Fast wie zu Hause!

 Leider weiss ich so gut wie nichts über meine Mitbewohner, denn auch sie sind gerade erst eingezogen. Nächsten Samstag ziehe ich endgültig aus Julias und Martins Haus aus. Sie waren gute Gastgeber, und entgegen gängigen Klischees gute Köche!

 Martins Musikgeschmack ist mindestens ebenso eklektisch wie meiner. In der Zeit, als ich da war, liess er von Vivaldi bis Mogwai alles laufen. Er empfahl mir sogar eine obskure, wirklich gute Band, die seine Söhne hören. Sie nennt sich "Godspeed You Dark Emperor!", mit Ausrufezeichen!

 Langsam kenne ich mich in Cambridge aus. Ich verirre mich nur noch durchschnittlich einmal in drei Tagen. Hemmungen, jemanden nach dem Weg zu fragen, muss man hier absolut nicht haben. Cambridge ist eindeutig eine Touristenstadt.

Am Wochenende war ich fleissig mit den deutschen und französischen Assistenten im Ausgang. Da sind wirklich gute Leute darunter. Trotzdem... man sieht sich überhaupt nicht während der Woche. Mir fehlt das. Jemand, mit dem man alle Erfahrungen teilen kann. Für das muss halt Alex herhalten. Für ihn sind Anrufe ins Orange Netz gratis

Was mir jetzt noch zu meinem Glück fehlt, ist ein Velo. Ich hab' mich schon oft mit den Distanzen verschätzt, weil ich instinktiv die Karte von Bern als Massstab genommen habe... zu Fuss geht man schnell einmal eine halbe Stunde, um irgendwo hinzukommen.

Ueberhaupt quillt die Stadt fast über vor lauter Velos. Leider werden sie auch gern gestohlen und die Strassen sind nicht gerade ungefährlich. Schlaglöcher, enge Fahrspur, schlechte Beleuchtung bei Nacht... trotzdem. Ein Auto kommt nicht in Frage und zu Fuss läuft man sich gern einmal die Füsse wund!

 Die Schule läuft ganz okay. Obwohl ich nichts überstürzen möchte, würde ich gern auch etwas mehr machen, als immer nur die Fragen aus dem GSCE(Hauptschulabschluss)-Katalog in Kleingruppen abzufragen. Ich glaube, dass ist ein gutes Zeichen.

 

5 Kommentare 14.10.08 16:59, kommentieren

Weekend!

So, die erste Woche habe ich ueberstanden!

Am Montag gehe ich zum ersten Mal nach Cottenham, an die andere Schule, wo ich arbeite. Wenn es aehnlich wie Swavesey ist, dann ist es ein Strassenkaff mit wenigen Bauernhoefen am Rande, so ein bisschen wie Muensingen.

 Ein 2M Migros sucht man aber in diesen Doerfern vergebens...

 Zum Glueck fahren die Busse nach Cottenham fleissiger, als nach Swavesey. Ich kann also hoffen, nicht stundenlang warten und mich von erbaermlich aussehenden Jugendlichen fuer "spare 50p" anbetteln lassen :p

 Am Samstag habe ich mir zwei Wohnungen/Zimmer in der Stadt angesehen. Fuer das erste Haus holte mich die Vermieterin mit dem Auto ab und wir begannen um circa 12 Uhr eine seltsame Unterhaltung, die erst um 4 aufhoerte, als ich ihr Haus wieder verliess.

Die Frau ist eine Kuenstlerin und alternativ, auf vielerlei Art. Sie ist wohl so um die 45 und lebt mit 2 anderen jungen Musikern/Studenten zusammen, an die sie Zimmer vermietet. Das Haus war alt und schmutzig, auf eine charmante Weise.

 Und die Frau selbst war ein Hippy. Nach kurzer Zeit schuetteten wir einander unser Herz aus, erzaehlten unsere Lebensgeschichte und umarmten einander weinend. Wir redeten ueber bornierte Menschen (sie nannte sie "anal", Alternativmedizin, Elementaffinitaet, Entscheidungen, sterbende Weltmeere und Kuenste aller Art, waehrend sie mir ein spaetes Fruestueck machte.

Sie sagte mir, dass dies hier nicht die richtige Wohnung fuer mich ist, dass sage ihr ihre Intuition. Sie half mir aber mit vielen Tips weiter, wo ich noch mehr Angebote finden wuerde... und ladete mich zum Aepfelpluecken auf dem Feld in ihrer Naehe ein.

Ich bin kein religioeser Mensch, aber ich wusste, dass diese Begegnung passieren musste. Es fuehlte sich richtig an, und es hat mir weitergeholfen. Ausserdem habe ich jetzt einen weiteren Menschen in dem U.K., neben Alex, dem ich vertraue.

 Es fing an zu regnen und wurde sehr windig, als ich das zweite Haus erreichte. Der Vermieter war ein Italiener aus der Region Napoli. Sein Apartement (flat in Englisch) war sehr klein, sehr alt und etwas dubios, in einem multi-ethnischen Viertel der Stadt. Etwas daran fuehlte sich nicht richtig an. Ich beschloss, mich bei der Wohnungswahl auf meine Intuition zu verlassen. Ausserdem sind 600 quid (Pfund in Slang) zu viel fuer was er angeboten hat.

Per e-mail habe ich aber mittlerweile eine Antwort auf eine andere Anfrage bekommen. Ein brandneues Flat, nicht unaehnlich dem, dass ich in Bern hatte. Es liegt in der Naehe des Hauses der Hippy-Tante (sie heisst Robin hehe) und kostet rund 500£ pro Monat. Bei meinem Lohn von 820£ sollte das drinliegen.

Etwas ist aber schade... der ganze Stress laesst mir wenig Zeit, um an Zuhause zu denken. Vielleicht fuehlt sich der eine oder andere von euch vernachlaessigt. Das tut mir leid. Ich bemuehe mich, mit euch allen wieder eine geschaeftige Datenpipeline zu etablieren, sobald sich die Dinge etwas beruhigt haben.

Ich vermisse euch. Habt eine gute Zeit, was immer ihr auch macht.

~Martin

1 Kommentar 5.10.08 19:54, kommentieren

Der Zyniker in mir

Es fiel mir heute recht schwer, meine Geduld zu bewahren.

 Am Morgen bin ich so um 8.30 ins Stadtzentrum gelaufen, um die HSBC Bankfiliale zu finden. Bewaffnet mit meiner ID und dem Introduction Letter von der Schulsekretaerin glaubte ich, dass nichts mehr schief gehen koennte.

 Der freundliche, Junge Angestellte mit deutsch-marokkanischen Wurzeln teilte mir aber mit, dass auf dem Brief meine schweizer Adresse fehlt... also ging ich zur Bushaltestelle.

Schlau wie ich bin, habe ich die Linie Nummer 15 nach Swavesey vorher im Internet herausgesucht. Leider faert dieser Bus aber nur stuendlich. Prompt habe ich ihn verpasst und stand mir ein Loch in den Bauch...

 ... sollte auch nicht das letzte Mal sein.

Die Sekretaerin schrieb den Brief in ein paar Minuten noch neu, dann aber kam die Cafeteria-Schlange, nutzlose Gespraeche mit den Finanzmenschen ("Eh? Haben wir nicht hier." "Oh, da bin ich nicht zustaendig. Die, die das normalerweise macht ist aber leider nicht da heute.", und das erneute Warten fuer den Bus zurueck nach Cambs.

So um 4 war ich wieder bei der Bank. Said (der nette Deutschsprachige) war zwar nicht mehr da, seine Stellvertreterin aber nahm meine Formulare entgegen und versicherte mir, dass sie das Konto binnen 48 Stunden aktivieren.

Juchhu fuer Effizienz...

Ich bin vielleicht etwas sensibel gewesen heute... trotzdem. Mir ist aufgefallen, wie viel Feindseligkeit, Aggression und ueberschuessige Energie die Kinder auf dem Korridor aussgestrahlt hatten.

Hat mich ein wenig an etwas erinnert, das Stephen King mal im Vorwort zu "Es" geschrieben hat, dass Kinder verrueckt sind und verrueckt sein muessen, um in einer derart verwirrenden Welt ueberleben zu koennen.

And these kids seemed barking mad at times!

Ich gewoehne mir am besten entweder meine Hypersensibilitaet oder meinen Zynismus ab... sonst wird das nichts mit gutem Unterricht

 

30.9.08 20:59, kommentieren

Kopfweh...

Heute war ich zum ersten Mal mit Julia an der Schule. Die Kinder sind zwischen 11 und 16 Jahren alt und es gibt offensichtlich massive Unterschiede nicht nur in Sachen Deutschkenntnissen. Ein groesserer Prozentsatz als erwartet scheint die eine oder andere Lern-/Disziplinschwaeche zu haben, was eine Unterrichtsstunde enorm anstrengend macht.

 

Ich wollte eigentlich nur hineinsitzen aber Julia hat mich gleich mit in den Unterricht einbezogen. So stand ich also vorne an der Tafel und liess mich von den Schuelern in... holprigem Deutsch... ausfragen

War eigentlich ganz lustig ^^

Die administrativen Dinge hingegen bereiten mir groessere Kopfschmerzen... heute habe ich es bloss einmal geschafft, einen Introduction letter von der Sekretaerin zu bekommen und meinen Fingerabdruck (!) fuer die Kantine registrieren zu lassen...

 Bleiben ja nur noch Police Clearance, Einkommenssteuerformulare, Bankkonto, National Insurance Number, Registrierung bei einem lokalen Hausarzt und ein Formular, das Julia schon lange haette ausfuellen sollen, damit ich mein Registration Certificate Mitte Oktober bekomme...

 *stoehn*

Hoffentlich kommt bald mein restliches Gepaeck an, damit ich mein Glueck mit dem WiFi Netz probieren kann.

Ich denke oft an euch alle. Ihr fehlt mir. Meine Gastgeber sind nett, doch trotzdem kommt man sich wie ein Alien vor...

 Toodeloo und cheerio!

3 Kommentare 29.9.08 20:25, kommentieren

Cambridge rockt

Alex und ich haben ein fantastisches Wochenende in einem B&B ganz nah am Stadtzentrum verbracht. Cambridge ist wunderschoen, so viel gruener und sauberer als Hull.

 Der Fluss Cam schlaengelt sich in mehreren geteilten Armen durch die Stadt. Zum "Punting", will heissen, Bootfahren, sind wir nicht gekommen. War einfach zu teuer!

 

Wir haben uns so ziemlich die Fuesse wundgelatscht. Mit dem Auto fahren kam nicht in Frage, also sind wir die Altstadt etwa dreimal abgelaufen. Es gibt erstaunlich viele Fahrraeder. Man sollte meinen, das sei eine gute Alternative zum Auto... trotzdem... es hat gefaerlich viel Verkehr.

 

Mir gefaellt's hier jedenfalls. Ein guter Start in mein Leben in Cambs

 Leider werde ich nicht allzu regelmaessigen Internetanschluss haben. Meine Gastgeber, die Davisons, haben ein Linux System. Ausserdem ist mein Zimmer im 3. Stock, was die Installation eines Wireless Netzwerks erschweren duerfte...

 

Bis bald!

3 Kommentare 28.9.08 17:44, kommentieren

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