A bit like home

Ich habe endlich eine Bleibe gefunden! Es ist eine 4-er WG, zwei Frauen und ein anderer Mann, alle arbeiten ganztags.

 Das Haus liegt in der multikulturellen Mill Road Gegend. Laut Martin, dem Mann meiner Mentorlehrerin, ist es "on the wrong side of the bridge", will heissen, in einem ehemaligen Armenviertel. Na ja... mit lokalen Stigmata kenne ich mich als Münsinger aus...

 Mein Raum hat eine anständige Grösse, ist voll möbliert und sauber. Internet wollen sie bis Ende diese Woche installiert haben (ganz wichtig!). Das schöne daran ist, dass zum Grundstück ein grosser Parkplatz und ein Rasen im Hinterhof gehört. Gleich dahinter schliesst die (wenig befahrene) Bahnlinie an. Fast wie zu Hause!

 Leider weiss ich so gut wie nichts über meine Mitbewohner, denn auch sie sind gerade erst eingezogen. Nächsten Samstag ziehe ich endgültig aus Julias und Martins Haus aus. Sie waren gute Gastgeber, und entgegen gängigen Klischees gute Köche!

 Martins Musikgeschmack ist mindestens ebenso eklektisch wie meiner. In der Zeit, als ich da war, liess er von Vivaldi bis Mogwai alles laufen. Er empfahl mir sogar eine obskure, wirklich gute Band, die seine Söhne hören. Sie nennt sich "Godspeed You Dark Emperor!", mit Ausrufezeichen!

 Langsam kenne ich mich in Cambridge aus. Ich verirre mich nur noch durchschnittlich einmal in drei Tagen. Hemmungen, jemanden nach dem Weg zu fragen, muss man hier absolut nicht haben. Cambridge ist eindeutig eine Touristenstadt.

Am Wochenende war ich fleissig mit den deutschen und französischen Assistenten im Ausgang. Da sind wirklich gute Leute darunter. Trotzdem... man sieht sich überhaupt nicht während der Woche. Mir fehlt das. Jemand, mit dem man alle Erfahrungen teilen kann. Für das muss halt Alex herhalten. Für ihn sind Anrufe ins Orange Netz gratis

Was mir jetzt noch zu meinem Glück fehlt, ist ein Velo. Ich hab' mich schon oft mit den Distanzen verschätzt, weil ich instinktiv die Karte von Bern als Massstab genommen habe... zu Fuss geht man schnell einmal eine halbe Stunde, um irgendwo hinzukommen.

Ueberhaupt quillt die Stadt fast über vor lauter Velos. Leider werden sie auch gern gestohlen und die Strassen sind nicht gerade ungefährlich. Schlaglöcher, enge Fahrspur, schlechte Beleuchtung bei Nacht... trotzdem. Ein Auto kommt nicht in Frage und zu Fuss läuft man sich gern einmal die Füsse wund!

 Die Schule läuft ganz okay. Obwohl ich nichts überstürzen möchte, würde ich gern auch etwas mehr machen, als immer nur die Fragen aus dem GSCE(Hauptschulabschluss)-Katalog in Kleingruppen abzufragen. Ich glaube, dass ist ein gutes Zeichen.

 

14.10.08 16:59

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bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Fabian Trunz (12.11.08 07:08)
*Poke*

Wie geht's dem Herrn denn so?


Manuela Ohl (12.11.08 19:05)
Ja genau, wie geht es unserem Auswanderer? *vermiss*


Fabian Trunz (25.11.08 19:39)
!!!


(26.11.08 22:13)
Da habt ihr eure verdammten Neuigkeiten!

*hinwerf*

Nein nein, so bin ich natürlich nicht... nicht sehr oft, jedenfalls. Es ist einfach schwierig für mich, zu beurteilen, was über das eigene Leben für Andere lesenswert wäre, wenn ich selbst mittendrin stecke. Ich glaube, deshalb seid ihr Beide auch die besseren Schreiberlinge

Es steht euch übrigens frei, euer Talent in einer Email an mich zur Schau zu stellen!

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